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Bitcoin-Milliarden: Eklat zum Start im movie2k-Prozess

2026/02/27 23:32
3 Min. Lesezeit

Der movie2k-Prozess um ein Bitcoin (BTC)-Vermögen von über 7,27 Milliarden Euro hat am Landgericht Leipzig mit einem juristischen Paukenschlag begonnen. Im Zentrum steht ein mutmaßlicher Streaming-Ring, der hunderttausende illegale Filme verbreitet und seine Einnahmen früh in Bitcoin investiert haben soll. Der Auftakt der Hauptverhandlung verlief unter Ausschluss der Öffentlichkeit, begleitet von schweren Vorwürfen gegen das Gericht.

Skandalöser Auftakt am Landgericht Leipzig

Wie Tag24 berichtet, begann die Hauptverhandlung, obwohl die Angeklagten zunächst nicht im Saal anwesend waren. Ziel sei es demnach gewesen, eine Bildberichterstattung durch die Presse zu verhindern. Erst später betraten die Beschuldigten über ein Hinterzimmer den Saal – vermummt und bei laufender Sitzung.

Hintergrund dieser Maßnahmen sei laut BILD die Sorge vor organisierter Kriminalität.

Demnach geht es nicht nur um die juristische Aufarbeitung der Vorwürfe, sondern auch um die Frage der persönlichen Sicherheit.

Große Bestände an Bitcoin gelten als besonders sensibel, da der Zugriff in vielen Fällen allein über private Schlüssel erfolgt. Wer diese kontrolliert, verfügt faktisch über das Vermögen – eine Tatsache, die in der Vergangenheit international immer wieder zu sogenannten „Crypto-Kidnappings“ geführt hat.

136.000 Bitcoin nach Portal-Aus – heutiger Wert über 7 Mrd. Euro

Laut Generalstaatsanwaltschaft befanden sich nach der Abschaltung von movie2k im Jahr 2013 mehr als 136.000 Bitcoin im Besitz von Josef F. und mutmaßlichen Komplizen. Beim aktuellen Kurs entspricht das einem Wert von über 7,27 Milliarden Euro.

Ob und in welchem Umfang tatsächlich entsprechende Vermögenswerte existieren, ist öffentlich nicht abschließend geklärt. Die Verteidigung spricht ausdrücklich auch von „vermeintlich vorhandenen“ Beständen.

Josef F. soll weiterhin Bitcoin im Wert von mehr als 3,05 Milliarden Euro verborgen halten. Nach seiner Festnahme übergab er 49.858 Bitcoin an die Justiz. Der Freistaat Sachsen veräußerte diese im Sommer 2024 für rund 2,64 Milliarden Euro – der bislang größte bekannte staatliche Bitcoin-Abverkauf aller Zeiten.

Wer der rechtmäßige Besitzer dieser Erlöse ist und ob Sachsen diese sogar zurückzahlen muss, steht derzeit noch im Raum.

Von Hongkong bis Zypern – Geldwäsche-Vorwürfe und internationales Netzwerk

Zweiter Angeklagter ist Dustin O. (39), der laut Anklage als Geldwäscher und Hauptadministrator fungiert haben soll. Das Portal existierte seit 2008 und avancierte nach der Abschaltung von Kino.to im Jahr 2011 zum größten Raubkopienportal Deutschlands. In Spitzenzeiten griffen täglich bis zu 2,5 Millionen Nutzer auf mehr als 880.000 illegale Filmkopien zu.

Die Einnahmen aus Werbung und Abonnements sollen jährlich Millionenbeträge erreicht haben. Gewaschen worden seien die Gelder über Hongkong, die Seychellen und Zypern – mithilfe eines Netzes aus Briefkastenfirmen. Ein Großteil der Erlöse floss offenbar in Bitcoin.

Verhandelt werden unter anderem gewerbsmäßige Geldwäsche, schwere Steuerhinterziehung und Anstiftung zur falschen Verdächtigung. Urheberrechtsverletzungen sind bereits verjährt.

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