Die Nationalversammlung Pakistans verabschiedete am 5. März das Gesetz über virtuelle Vermögenswerte 2026 und beendete damit jahrelange rechtliche Unsicherheit für einen der weltweit größten informellen Krypto-Märkte.
Das Gesetz schafft eine eigene Regulierungsbehörde, schreibt Lizenzen für alle Krypto-Dienstleister vor und führt eine Kapitalertragssteuer auf die Umwandlung digitaler Vermögenswerte ein.
Das Gesetz etabliert die Pakistan Virtual Assets Regulatory Authority, bekannt als PVARA, als einzige unabhängige Regulierungsbehörde für die Branche. PVARA ist befugt, obligatorische Lizenzen für Krypto-Börsen, Wallet-Anbieter und Verwahrer auszustellen, die in Pakistan tätig sind. Sie kann nicht lizenzierte Plattformen vom Betrieb ausschließen und Geldstrafen gegen Unternehmen ohne lokale Registrierung verhängen.
Alle lizenzierten Plattformen müssen Privatanlegern Offenlegungen im Rahmen eines in das Gesetz integrierten Risikooffenlegungsrahmens zur Verfügung stellen. Diese Verbraucherschutzanforderung spiegelt ähnliche Vorschriften in den Rahmenwerken der VAE, EU und Großbritannien wider und standardisiert, was Nutzern mitgeteilt werden muss, bevor sie über regulierte Kanäle auf Krypto-Dienstleistungen zugreifen können.
Eine Kapitalertragssteuer von 5% gilt für Krypto-zu-Fiat-Umwandlungen und schafft einen direkten Einnahmenstrom für die Staatskasse aus einer Anlageklasse, die bisher vollständig außerhalb der Steuerbasis operiert hat.
Die während der Lesung des Gesetzesentwurfs genannten Zahlen setzen Pakistans Krypto-Situation in Perspektive. Über 40 Millionen Nutzer halten schätzungsweise 18 bis 20 Milliarden US-Dollar in digitalen Vermögenswerten. Diese Nutzerbasis ist größer als die gesamte Bevölkerung vieler Länder mit aktiven Krypto-Regulierungsrahmen. Der Großteil dieser Aktivität erfolgte ohne rechtliche Klarheit, über Graumarktkanäle und außerhalb jeder formellen Aufsichtsstruktur.
Die Staatsbank von Pakistan empfahl 2025 Regulierung statt Verbot, um Kapitalflucht zu begegnen und den grauen Überweisungsmarkt zu formalisieren. Pakistan hat eine massive Diaspora im Ausland, die Geld über informelle Kanäle nach Hause sendet. Regulierte Krypto-Infrastruktur bietet eine günstigere und schnellere Alternative zu traditionellen Überweisungsnetzwerken, und die SBP erkannte, dass ein Verbot von Kryptowährung diese Aktivität weiter in den Untergrund treiben würde, anstatt sie zu beseitigen.
Die Ausrichtung an den Standards der Financial Action Task Force zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung wird als Hauptziel des Gesetzes genannt. Pakistan stand jahrelang auf den grauen Listen der FATF aufgrund von Schwächen in seinem Finanzaufsichtsrahmen. Ein regulierter Krypto-Sektor mit obligatorischen AML- und KYC-Anforderungen an lizenzierten Börsen ist Teil einer umfassenderen Anstrengung, die Einhaltung internationaler Finanzstandards nachzuweisen.
Das Timing fügt sich in ein globales Muster ein, das in den regulatorischen Nachrichten dieser Woche sichtbar wird. Dubai ging gegen nicht lizenzierte KuCoin-Unternehmen vor. Kasachstan formalisierte einen nationalen Krypto-Reserverahmen. Die USA reichten ihren interpretativen SEC-Rahmen beim Weißen Haus ein. Länder, die von der Seitenlinie aus zugeschaut haben, bewegen sich gleichzeitig in Richtung formeller regulatorischer Positionen, teilweise angetrieben durch FATF-Druck und teilweise durch die Erkenntnis, dass informelle Krypto-Märkte nicht verschwinden, wenn sie ignoriert werden.
Der Beitrag Pakistan hat gerade ein Krypto-Gesetz verabschiedet, das 40 Millionen Nutzer und 20 Milliarden US-Dollar an digitalen Vermögenswerten abdeckt, erschien zuerst auf ETHNews.


