Prognosemärkte sind immer häufiger besser als klassische Umfragen – und dafür gibt es einen einfachen Grund: finanzielle Überzeugung. Wenn Menschen echtes Geld Prognosemärkte sind immer häufiger besser als klassische Umfragen – und dafür gibt es einen einfachen Grund: finanzielle Überzeugung. Wenn Menschen echtes Geld

George Tung von CryptoRUs erklärt, warum Prognosemärkte Umfragen schlagen

2026/02/28 17:00
4 Min. Lesezeit

Prognosemärkte sind immer häufiger besser als klassische Umfragen – und dafür gibt es einen einfachen Grund: finanzielle Überzeugung. Wenn Menschen echtes Geld einsetzen, lügen sie nicht.

Die neuen Plattformen wie Polymarket und Kalshi stellen die bisherige Vorherrschaft der klassischen Prognosen infrage. Umfrage-Teams hatten lange das Sagen bei politischen und wirtschaftlichen Vorhersagen. Viele bekannte Fehler in Umfragen – zum Beispiel bei der US-Wahl 2016 oder beim Brexit – haben jedoch die Tür für eine Alternative geöffnet, bei der Unsicherheit mit echtem Geld bestraft wird.

Darum liefern Prognosemärkte die besten Daten

Das Hauptargument für Prognosemärkte ist verhaltensbezogen. Exit-Umfragen und klassische Befragungen haben ein bekanntes Problem: Menschen geben oft Antworten, die gut klingen – oder sagen, was sie sich wünschen statt was sie glauben. Für eine falsche Antwort auf dem Papier gibt es keine Konsequenzen.

Prognosemärkte lösen dieses Problem komplett. Jede Wahrscheinlichkeit, die in einem Kurs abgebildet ist, steht für jemanden, der bereit war, echtes Geld auf dieses Ergebnis zu setzen.

Gerade diese Überzeugung macht die Daten von Vorhersagemärkten besonders wertvoll. Es geht hier nicht nur um Stimmung – es steht tatsächlich etwas auf dem Spiel.

Die Zahlen bestätigen das. Unabhängige Forschung von Datenexperte Alex McCullough, veröffentlicht auf einem Dune-Dashboard, zeigt: Polymarket sagt Ergebnisse mit etwa 86 Prozent Genauigkeit einen Monat vor der endgültigen Entscheidung voraus. In den letzten vier Stunden vor Ablauf steigt die Genauigkeit sogar auf ungefähr 91 Prozent. Für die Auswertung wurden Märkte mit extremen Wahrscheinlichkeiten ausgelassen, um eine Verzerrung zu vermeiden.

Polymarket-Genauigkeitsrate der Vorhersagemärkte im Chart. Polymarket-Genauigkeitsrate der Vorhersagemärkte im Chart. Quelle: Dune

Das Umfragen-Problem

Klassische Umfragen haben es schwer. Trotz neuer Methoden nach 2016 und 2020 überschätzten sie weiterhin Kamala Harris’ Chancen bei der US-Wahl 2024, während Donald Trump gerade in umkämpften Bundesstaaten unterschätzt wurde.

Die Vorhersagemärkte zeigten dagegen schon früh ein anderes Bild als die Umfragen. Laut Tung ist dieser Vorteil kein Zufall, sondern Können.

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Der strukturelle Vorteil ist Schnelligkeit. Umfragen brauchen Tage, um Daten zu erheben, auszuwerten und zu veröffentlichen. Ein aktiver Vorhersagemarkt passt die Kurse in wenigen Minuten an, wenn neue Infos auftauchen.

Prognosemärkte nicht ohne Schwächen

Allerdings ist das Argument für Vorhersagemärkte nicht ganz wasserdicht. Kritikerinnen und Kritiker sehen ein Problem: Wenn zu wenige, sehr ähnliche Trader mitmachen, kann schon eine einzige große Position den Kurs stark beeinflussen – dann spiegelt der Kurs eher die Überzeugung Einzelner statt eines echten Gemeinschaftswissens wider.

Es gibt auch ein echtes Ungleichgewicht bei den Nutzern. Vorhersagemärkte werden klar von Krypto-Fans und finanziell versierten Personen dominiert – das ist keine echte Abbildung der gesamten Bevölkerung. Manche sagen, die „Weisheit der Vielen” greift nicht mehr, wenn die „Viele” so einseitig sind.

Tung spricht das Problem direkt an.

Das ist ein gutes Argument – und die klassische Umfrageforschung hat darauf bisher keine überzeugende Antwort.

Neue Plattformen setzen deshalb auf mehr Beteiligung. ClashPicks, der eigene Vorhersagemarkt von Tung, läuft auf Solana und bietet ein kostenloses Tippmodell an. Ziel ist es, die Hürde für Einsteiger zu senken und auch Menschen zu erreichen, die nie ein Polymarket-Konto eröffnen würden.

Wie geht es weiter?

Ob Prognosemärkte Umfragen komplett ablösen, ist nicht entscheidend. Die Diskussion haben sie bereits verändert. Große Investorinnen und Investoren, politische Berater und Medien nutzen die Daten der Prognosemärkte inzwischen – manchmal statt der klassischen Umfragedaten.

Das große Interesse ist deutlich: Im Oktober 2025 investierte die Intercontinental Exchange (ICE) zwei Milliarden USD in Polymarket und bewertete die Firma dabei mit neun Milliarden USD. Das ist keine Wette auf ein Nischen-Krypto-Projekt mehr. Das zeigt, dass die Finanzwelt Prognosemärkte inzwischen als wichtige Datenquellen anerkennt.

Der nächste Test wird zeigen, ob mehr Menschen bei diesen Märkten mitmachen können, ohne dass die wichtige Eigenschaft verloren geht, echtes eigenes Risiko zu haben. Mehr Teilnehmende bringen wohl vielfältigere Informationen, aber das gilt nur, wenn sie sich wirklich auskennen und nicht einfach nur raten. Diese Balance ist noch nicht ganz gefunden.

Im Moment spiegeln Prognosemärkte am ehrlichsten wider, was Menschen wirklich glauben, weil es für sie einen Preis hat, wenn sie falsch liegen.


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