Die Federal Reserve bereitet sich darauf vor, eine engere Form des Zentralbankzugangs zu operationalisieren, die darauf abzielt, neue Finanzinstitute zu integrieren, ohne auf blockierte Gesetze zu warten.
Am 09.02.2026 bestätigte der Gouverneur der Federal Reserve, Christopher Waller, dass die Zentralbank beabsichtigt, ihr sogenanntes „Skinny Hauptkonto"-Rahmenwerk vor Ende des Jahres einzuführen.
Der Vorschlag ist darauf ausgelegt, berechtigten Institutionen, insbesondere Krypto-nativen Banken und Fintech-Unternehmen mit nationalen Trust-Chartern, direkten Zugang zu den Zahlungsschienen der Federal Reserve zu gewähren. Dieser administrative Weg kommt zustande, da umfassendere Bemühungen, wie der GENIUS Act, im Kongress weiterhin verzögert werden.
Formell als Zahlungskonten bezeichnet, sind diese Hauptkonten bewusst im Umfang begrenzt. Sie sind streng für Clearing- und Abrechnungszwecke konzipiert, anstatt als vollwertige Bankbeziehungen mit der Zentralbank zu fungieren.
Institutionen, die für diese Konten zugelassen werden, wären daran gehindert, Zinsen auf Guthaben zu verdienen, Zugang zum Diskontfenster der Federal Reserve zu erhalten oder Tagesüberziehungsfazilitäten zu nutzen. Darüber hinaus erwägt die Fed strenge Obergrenzen für Übernachtguthaben, die möglicherweise auf das Niedrigere von 500 Millionen Dollar oder 10 % der Gesamtvermögenswerte einer Institution begrenzt werden.
Die Berechtigung bleibt eng definiert. Nur Institutionen, die als „berechtigte Depotinstitutionen" klassifiziert sind, dürfen sich bewerben, eine Anforderung, die mehrere Stablecoin-Emittenten – darunter Circle und Paxos – dazu veranlasst hat, nationale Bank- oder Trust-Chartern zu verfolgen, um sich zu qualifizieren.
Gouverneur Waller stellte die Initiative als pragmatische Antwort auf legislative Trägheit dar. Die Arbeit an einem umfassenden Kryptowährung Gesetz zur Marktstruktur hat sich verlangsamt, wodurch Regulierungsbehörden mit begrenzten Instrumenten zurückbleiben, um die wachsende Präsenz von Unternehmen für digitale Vermögenswerte im Zahlungsökosystem zu adressieren.
Der Vorschlag für das Skinny Hauptkonto ermöglicht es der Federal Reserve, Finanzinnovatoren in das bestehende Zahlungssystem zu integrieren, ohne deren Zugang zu geldpolitischen Instrumenten oder Liquiditätsfazilitäten zu erweitern. In der Tat schafft es einen Mittelweg zwischen vollständigem Ausschluss und vollständigen Bankprivilegien.
Die Reaktion im Finanzsektor war gemischt. Krypto-fokussierte Banken wie Anchorage Digital und Stablecoin-Emittenten haben den Vorschlag weitgehend begrüßt und sehen darin eine Möglichkeit, die Abhängigkeit von zwischengeschalteten Partnerbanken zu verringern und das Kontrahentenrisiko in Zahlungsströmen zu senken.
Traditionelle Bankengruppen haben eine vorsichtigere Haltung eingenommen. Organisationen wie die American Bankers Association haben gewarnt, dass die Gewährung eines direkten Fed-Zugangs an Institutionen ohne langjährige bundesstaatliche Aufsichtshistorie neue systemische Risiken einführen könnte, selbst bei den vorgeschlagenen Einschränkungen.
Die Federal Reserve schloss ihre öffentliche Kommentierungsfrist am 06.02.2026 und erhielt etwa 44 Eingaben von Branchenteilnehmern und Stakeholdern. Mit diesem Feedback, das nun überprüft wird, scheint die Zentralbank in der Lage zu sein, das Rahmenwerk später in diesem Jahr fertigzustellen und umzusetzen.
Falls angenommen, würde das Skinny Hauptkonto eine bedeutende Verschiebung darin markieren, wie die Federal Reserve den Zugang zu ihrer Zahlungsinfrastruktur verwaltet, indem es einen kontrollierten Zugang für Krypto-nahe Institutionen bietet, während strikte Grenzen für deren Interaktion mit zentralen Geldfunktionen beibehalten werden.
Der Beitrag Federal Reserve treibt Plan für „Skinny" Hauptkonto voran erschien zuerst auf ETHNews.


