Die neu geöffneten Epstein-Akten, die am 30. Januar veröffentlicht wurden, zeigen, dass er überraschend nah an Gründern, Investoren und Projekten aus dem Krypto-Bereich war – und das schon in den Anfängen der Branche.
Die Dokumente enthalten einen Mix aus Gesprächen über Investitionen, philosophischen Kommentaren und Kontakten zu bekannten Persönlichkeiten rund um den Aufstieg von Bitcoin.
Im Jahr 2016 stellte Epstein einem Berater des saudischen Königshauses eine „radikale“ Idee vor, bei der es um die Entwicklung von zwei digitalen Währungen ging. Eine davon sollte eine „Scharia“-Krypto für muslimische Länder sein.
In der E-Mail schrieb er: „Ich habe mit einigen Gründern von Bitcoin gesprochen, die sehr begeistert sind.“
Das war kein Einzelfall.
Schon 2013 bekam er einen weitergeleiteten Bericht, der die Chancen von Bitcoin als Zahlungssystem einschätzte. Zudem nannte Epstein Bitcoin in einer Nachricht aus 2011 „genial“, warnte aber auch vor „ernsten Nachteilen“.
Diese Nachrichten zeigen, dass er das Potenzial von Krypto lange beobachtete – noch bevor es richtig bekannt wurde.
In einer Nachricht vom Juli 2014 tauschte sich Epstein mit dem Milliardär Peter Thiel aus und diskutierte, wie Bitcoin zu verstehen ist. Er schrieb:
Thiel fragte zuvor: „Glaubst du, dass das der erste Schritt ist, um den Anti-BTC-Druck zu erhöhen?“
Der Austausch zeigt, dass Epstein die Debatten über die Rolle von Bitcoin kannte. Er verglich sogar Aspekte mit den Diskussionen zur Geschlechteridentität.
Am 31. August 2017 fragte ihn jemand in einer kurzen Mail: „Lohnt es sich, einen Bitcoin zu kaufen?“
Epsteins knappe Antwort: „Nein.“
Obwohl Epstein die Technologie früher spannend fand, blieb er zum Höhenflug des Kurses in jenem Jahr eher skeptisch.
2014 zeigte ein E-Mail-Verlauf, dass Epstein sich an der Anfangsfinanzierung von Blockstream beteiligte. Das Unternehmen ist bis heute wichtig für die Technik rund um Bitcoin.
Mitgründer Austin Hill schrieb dazu an Epstein, Joi Ito (MIT Media Lab) sowie Dr. Adam Back (Bitcoin-Pionier), um die Verteilung in der überzeichneten 18-Mio.-USD-Runde zu klären.
Dies ist ein klarer Hinweis: Epstein steckte Geld in ein bedeutendes Bitcoin-Unternehmen.
Interessanterweise wurden sowohl Hill als auch Back in späteren E-Mails zu Reiseplänen nach St. Thomas einbezogen – Epsteins Privatinsel.
In einer weiteren Mail von 2014 warnte Hill Epstein, Ito und Reid Hoffman (Mitgründer von LinkedIn) vor wachsenden Spannungen im Krypto-Bereich. Dabei kritisierte er Jed McCaleb von Ripple, der gerade Stellar gegründet hatte:
Das zeigt: Epstein war nicht nur mit Investitionen dabei, sondern wusste auch über interne Konflikte in der Krypto-Community Bescheid.
Eine Nachricht aus dem Jahr 2010 von der Society-Publicistin Peggy Siegal erwähnt Michael Saylor, der heute als der lauteste Unternehmens-Chef beim Thema Bitcoin gilt.
Es ging dabei um eine große Gala aus der Gesellschaftsszene, ohne Bezug zu Bitcoin. Dennoch zeigt das, dass Saylor schon lange vor Krypto-Events gesellschaftlich mit Epstein verbunden war.
Eine der politisch brisantesten Enthüllungen: Trumps neuer vorgeschlagener Fed-Chef Kevin Warsh taucht auch in Epsteins Unterlagen auf.
Sein Name stand auf der Gästeliste für eine Silvesterparty 2010 in St. Barts, zusammen mit Roman Abramowitsch und Martha Stewart.
Warsh, ein ehemaliges Mitglied des Fed-Vorstands, hat sich für Bitcoin und Reformen bei digitalen Zentralbankwährungen ausgesprochen. Er wurde von Trump nur einen Tag vor der Veröffentlichung dieser Unterlagen nominiert. Es gibt keinen Vorwurf von Fehlverhalten, aber das Timing sorgt für Nachfragen.
Wichtig ist: Ermittler haben keine Krypto-Wallets, Blockchain-Transaktionen oder Krypto-Verbrechen in Epsteins Unterlagen gefunden.
Das US-Justizministerium bestätigte, dass viele Einzelheiten aus den bekannten Unterlagen noch ungeprüft sind. Es gibt jedoch bisher keinen Hinweis darauf, dass Epstein Bitcoin nutzte, um Geld zu waschen oder der Aufsicht zu entkommen.
Epstein war im Krypto-Bereich vor allem als gut vernetzter Mensch, gelegentlicher Investor und neugieriger Beobachter aktiv.
| Name | Rolle in Krypto | Epstein-Verbindung |
| Michael Saylor | MicroStrategy-CEO, Bitcoin-Bulle | Besuchte Gala von Epstein im Jahr 2010 |
| Peter Thiel | PayPal-Mitgründer, Bitcoin-Investor | Diskutierte über die Bedeutung von Bitcoin per E-Mail mit Epstein |
| Adam Back | Blockstream-CEO, Bitcoin-Pionier | War in E-Mail-Ketten mit Investment- und Reiseplanung eingebunden |
| Austin Hill | Blockstream-Mitgründer | Koordinierte 18-Mio.-USD-Runde, setzte Epstein auf die Investorenliste |
| Joi Ito | Ehemaliger Direktor des MIT Media Lab | Vermittler für Epsteins Blockstream-Investment |
| Kevin Warsh | Kandidat für den Fed-Vorsitz, krypto-freundliche Stimme | Auf Epsteins Gästeliste von 2010 genannt |
Epstein war kein geheimer Krypto-Milliardär. Allerdings zeigen die Unterlagen, dass er viel enger mit den frühen Bitcoin-Kreisen verwoben war als bislang bekannt.
Er finanzierte Infrastrukturprojekte, verfolgte Diskussionen und war mit Menschen im Austausch, die heute als Baumeister der Branche gelten.
Im Krypto-Bereich bedeutet Nähe zu führenden Personen oft auch Einfluss. Daher sind diese Enthüllungen besonders relevant.
Der Beitrag Jede Enthüllung zu Bitcoin und Krypto in den Epstein-Akten erschien zuerst auf BeInCrypto - Krypto News.

