Während die Kryptomärkte reifer werden, fragen sich immer mehr Trader: Wie kann ich aktiv handeln, wenn der Markt nie aufhört, ohne immer geistig präsent zu sein? Die Antwort darauf ist immer öfter nicht bessere Vorhersagen oder schnellere Reaktionen, sondern das Strategie-Trading. Hier folgt die Ausführung klaren Regeln und nicht spontanen Entscheidungen. Auf vielen Plattformen zeigt sich dieser Wandel durch Trading-Bots, die Strategien in gleichbleibende Ausführung umsetzen.
In einem aktuellen Gespräch mit BeInCrypto erzählt Federico Variola, CEO von Phemex, wie diese Entwicklungen die Herangehensweise von Tradern an die Ausführung verändern. Er erklärt auch, warum strategie-basierte Tools, darunter Trading-Bots, immer öfter genutzt werden, um Ordnung in die dauerhaften Märkte zu bringen.
BeInCrypto: Kryptomärkte machen nie Pause. Welche grundlegende Realität übersehen Trader oft, und wie wirkt sich das mit der Zeit auf ihr Verhalten aus?
Federico Variola: Viele Trader unterschätzen, wie hart ein 24/7-Markt für menschliche Entscheidungsfindung ist. Es gibt im Kryptomarkt keine Öffnungszeiten, keinen Neuanfang. Menschen hingegen werden müde, sind abgelenkt und werden emotional. Diese Lücke spielt eine große Rolle.
Die meisten versuchen, das mit mehr Einsatz zu lösen: Sie schauen länger hin, reagieren schneller und glauben, Disziplin sei einfach Anstrengung. Doch das hält nicht lange: Müdigkeit setzt ein, Gefühle kommen ins Spiel und das Trading wird reaktiv. Es geht weniger um Erfahrung als um Struktur. Menschen versuchen, einen Markt manuell zu steuern, der nie stoppt.
Deshalb ist es wichtig, Entscheidung und Ausführung zu trennen. Du legst einmal Regeln fest und überlässt die Ausführung diesen Regeln, statt immer perfekte Entscheidungen zu fordern. Das ist die Idee hinter Tools wie Trading-Bots: Sie sollen den Einfluss von Gefühlen verringern.
Trader, die diesen Wechsel akzeptieren, jagen nicht mehr jedem Kurs nach, sondern achten auf den Ablauf und Wiederholbarkeit. Das macht es erst möglich, weiterzumachen, ohne auszubrennen.
BeInCrypto: Wann war dir klar, dass die Grenzen des manuellen Tradings im Krypto strukturell sind und nicht nur mit Können zu tun haben?
Federico Variola: Wenn man viel Zeit damit verbringt, das Verhalten der Nutzer zu beobachten, erkennt man klare Muster. Mit der Zeit treten bei allen ähnlich Probleme auf: Anfänger tun sich schwer, erfahrene Trader brennen aus. Die Symptome sind unterschiedlich, aber die Ergebnisse am Ende oft gleich.
Aus der Sicht der Nutzer ist das ein starkes Zeichen. Wenn viele dieselben Herausforderungen haben, obwohl sie die Risiken und Abläufe verstehen, liegt die Grenze nicht beim Können.
Wir haben oft gesehen, dass Trader nicht wegen fehlender Ideen scheitern, sondern weil in Stress-Situationen die Ausführung zusammenbricht. Sie wissen, was zu tun ist, können es aber nicht dauerhaft umsetzen. Dieser Unterschied zwischen Plan und Umsetzung sorgt für Frust.
Darum setzen wir auf Tools, die Beständigkeit unterstützen. Nachhaltiges Handeln bedeutet, die verschiedenen Phasen eines Traders zu begleiten – vom Weg weg vom manuellen Trading bis zur systematischen Ausführung im größeren Stil. Strategie-Trading bringt dort Struktur hinein, wo Menschen oft Schwierigkeiten haben. Nutzer bekommen einen Rahmen, in dem sie wachsen können.
BeInCrypto: Beim Krypto-Trading geht es noch oft um Vorhersagen und Timing. Wo verwechseln Trader das Vorhersagen des Marktes mit dem Ausführen einer Strategie und wie zeigt sich dieser Fehler?
Federico Variola: Viele denken, eine Meinung zum Markt zu haben, sei schon eine Strategie. Wer den nächsten Kurs vorhersehen kann, glaubt, der Rest läuft von allein. Das ist aber selten so.
Das Problem entsteht, wenn der Markt sich gegen einen dreht. Stopps werden verschoben, Positionen aus dem Bauch heraus ergänzt oder der ursprüngliche Plan wird ganz verworfen. Der eigentliche Fehler ist das Fehlen von Struktur.
Eine Strategie legt fest, was nach einer Einschätzung passiert. Bei Bot-Strategien ist diese Struktur schon eingebaut. Ein Grid-Bot sagt nicht den Kurs voraus, sondern folgt festen Regeln, wenn sich der Kurs bewegt. DCA- oder Martingale-Bots nutzen ähnliche Abläufe beim Einstieg und Positions-Aufbau. Die Strategie ist dann keine Meinung, sondern das System selbst.
Wer ständig auf Vorhersagen setzt, erlebt viele Gefühlsachterbahnen. Wer strategiebasiert handelt, kann die Ergebnisse besser bewerten und fragen, ob das System passt, statt zu zweifeln, ob Emotionen im Weg standen.
Darum sind Börsen wichtig, die Bots anbieten. Sie nehmen Tradern das Denken nicht ab, helfen aber dabei, auch bei schnellen Bewegungen am Plan festzuhalten.
BeInCrypto: Wenn du siehst, wie Trader sich entwickeln: Wo helfen strukturierte Tools wie Bots tatsächlich, und wo können sie Entscheidungen nicht ersetzen?
Bots helfen vor allem bei der Beständigkeit, besonders am Anfang einer Trading-Karriere. Viele neue Trader tun sich mit der Ausführung schwer. Copy-Trading ist oft ihr erster Schritt in die Strategie. So können sie teilnehmen, ohne jede Entscheidung selbst zu treffen und lernen, wie disziplinierte Ausführung aussieht.
Mit mehr Erfahrung werden Tools wie Grid-Bots wichtiger. Ein Grid arbeitet in einer festgelegten Spanne und kauft sowie verkauft systematisch bei Kursbewegungen, was gerade in Seitwärtsphasen nützlich ist. Auf Phemex nutzen Trader Grid-Bots sowohl für Spot- als auch für Futures-Handel, um nicht jeder Kursbewegung nachrennen zu müssen, sondern dauernd nach Regeln zu handeln.
Strategien wie DCA- oder Martingale-Bots bringen auch beim Positionsaufbau Struktur ins Trading. Überall hier gilt: Die Ausführung bleibt stabil, auch wenn der Markt es nicht ist.
Wichtig sind Bildung und eine einfache Einrichtung. Wir haben uns bewusst in die Lage von Tradern auf verschiedenen Stufen versetzt und Anleitungen sowie Artikel erstellt, die erklären, wie die Strategien funktionieren. Auch beim Einrichten achten wir auf Einfachheit: Mit einem Klick Bots zu starten oder KI-Parameter zu nutzen, senkt die Hürde und gibt trotzdem die Kontrolle nicht aus der Hand.
BeInCrypto: Ihr seht Bots als Einstieg ins Strategie-Trading, nicht als Profi-Tool. Welche Annahmen zu Trader-Verhalten stellt das auf den Kopf?
Federico Variola: „Damit hinterfragen wir die Annahme, dass Trader erst durch Chaos gehen müssen, bevor Struktur sinnvoll ist. Viele glauben, man muss schon lange manuell handeln, Fehler machen, Bauchgefühl aufbauen und erst dann auf strukturierte Tools umsteigen. Wir sehen oft, dass das mehr schadet als hilft.
Gerade am Anfang erleben Trader die schwierigsten Seiten des Marktes gleichzeitig: Schwankungen, Unsicherheit und eigene Gefühle. Ohne Struktur übertraden sie meist, reagieren auf Nebengeräusche oder ändern zu schnell die Richtung. Diese Gewohnheiten bilden sich sehr früh und sind später schwer zu ändern.
Wenn Bots von Anfang an eingesetzt werden, bekommt man sofort ein Gefühl für disziplinierte Ausführung. Ob man eine Strategie kopiert, ein simples Grid nutzt oder eine DCA-Variante auswählt – entscheidend ist: Die Ausführung folgt Regeln und nicht dem Impuls.
Bei Phemex haben wir Strategie-Tools genau dafür entwickelt. Manche starten mit Copy-Trading, um Strategien kennenzulernen. Andere legen gleich los und richten einen Bot mit fertigen Parametern ein. Erfahrenere passen alles an oder kombinieren mehrere Tools. Wichtig ist – Struktur kommt früh, und mehr Komplexität erst, wenn die Nutzer bereit dafür sind.
Wenn du es so machst, denken Menschen nicht, dass Strategie-Trading nur etwas für Experten ist. Es wird ein natürlicher Teil beim Lernen. Mit der Zeit entstehen so meist Trader, die ruhiger und beständiger handeln.
BeInCrypto: Das Trading Bot Carnival von Phemex zeigt, wie Trading-Bots einen praktischen Einstieg in Strategie-Trading bieten. Welche Probleme oder Verhaltensweisen wolltet ihr ändern, als ihr diese Kampagne gestartet habt?
Federico Variola: „Von der Nutzerseite führt das meistens zu Ermüdung statt zu echten Fortschritten. Viele handeln öfter, aber wissen nicht wirklich, warum. Sie investieren Zeit und Aufmerksamkeit, fühlen sich aber trotzdem nicht sicherer oder beständiger. Mit der Zeit werden sie dadurch frustriert. Bei Phemex sehen wir das bei sehr unterschiedlichen Nutzern. Einige sind neu und fühlen sich vom Futures-Markt überfordert. Andere sind schon erfahren, aber sehr stark im Trading aktiv und ändern dauernd ihre Positionen, ohne einen festen Plan zu haben.
Und weil wir als Exchange die Nutzer in den Mittelpunkt stellen, sehen wir es als unsere Aufgabe, Tradern die Werkzeuge zu geben, die sie für bewusstes Handeln brauchen.
Strategie-basiertes Trading hilft beiden Gruppen. Damit können sie das Tempo rausnehmen, eigene Regeln aufstellen und müssen nicht immer spontan reagieren.
Es geht nicht darum, den Leuten zu sagen, was sie tun sollen. Im Gegenteil, wir helfen ihnen so, auf eine Art und Weise zu traden, die sie auch länger durchhalten können, selbst wenn der Markt sie ständig zu schnellen Reaktionen drängt.”
BeInCrypto: Futures-Trading läuft oft auf viele Wechsel hinaus. Was denkst du, wie hilft ein fester Ablauf dabei, Trader über mehrere Marktphasen hinweg zu motivieren?
Federico Variola: „Viele schnelle Wechsel im Futures-Markt kommen davon, dass man laufend auf alles reagieren will. Die Märkte bewegen sich schnell und wer immer die Richtung erraten will, handelt oft zu häufig und wird erschöpft.
Ein fester Ablauf ist eine Alternative. Grid-Trading zum Beispiel ersetzt ständige Vorhersagen durch eine festgelegte Handelsspanne und klare Kauf- und Verkaufsgrenzen. So können Trader kleine Kursbewegungen automatisch nutzen, statt immer die Richtung zu jagen. Im Futures-Markt kann das neutral, bullisch oder bärisch sein, aber die Regeln bleiben gleich.
Mit so einer Struktur bleiben Trader länger dabei, selbst wenn es am Markt unruhig ist. Sie müssen nicht auf jede kleine Bewegung eingehen, sondern folgen ihrem Plan. Bei Phemex sehen wir: Wenn Trader einen festen Ablauf haben, bleiben sie länger am Markt, statt nur auf ihr Gefühl zu setzen.”
Phemex veranstaltet gerade das Trading Bot Carnival und will so immer mehr Trader für Trading-Bots begeistern. Der Gewinntopf liegt bei insgesamt 260.000 USDT. Neue Nutzer können bis zu 100 USDT gewinnen, wenn sie mitmachen. Alle Infos zur Aktion gibt es hier.
Der Beitrag Von schnellen Reaktionen zu klarer Strategie: So passen sich Trader an den 24/7-Markt an – Interview mit Phemex-CEO Federico Variola erschien zuerst auf BeInCrypto - Krypto News.

