Die Zentralbank von Iran hat im Jahr 2025 mehr als 507 Millionen USD an US-Dollar-gebundenen Stablecoins gekauft. Offenbar wollte sie Blockchain-Technologie nutDie Zentralbank von Iran hat im Jahr 2025 mehr als 507 Millionen USD an US-Dollar-gebundenen Stablecoins gekauft. Offenbar wollte sie Blockchain-Technologie nut

Über 507 Mio. USD in Stablecoins: So versucht die Zentralbank von Sanktionen zu Umgehen

Die Zentralbank von Iran hat im Jahr 2025 mehr als 507 Millionen USD an US-Dollar-gebundenen Stablecoins gekauft. Offenbar wollte sie Blockchain-Technologie nutzen, um internationale Sanktionen zu umgehen und die angeschlagene Landeswährung zu stabilisieren.

Die gezielte Nutzung von Kryptowährungen markiert einen Strategiewechsel für sanktionierte Staaten, die digitale Vermögenswerte einsetzen, um wirtschaftliche Stabilität zu sichern und internationalen Handel trotz Finanzisolation zu ermöglichen.

Iran setzt auf Stablecoins: Analyse deckt Millionen-Transaktionen auf

Wie die Blockchain-Analysefirma Elliptic aufdeckte, hat die iranische Zentralbank mindestens 507 Millionen USD in USDT erworben, hauptsächlich im Jahr 2025. Die Käufe wurden mittels Krypto-Wallets nachvollzogen, die Elliptics Forensik-Tools zugeordnet werden konnten; erste Zahlungen erfolgten in Emiratischen Dirham (AED).

Laut detaillierten, von Elliptic geprüften Unterlagen fanden zwischen April und Mai 2025 zwei größere Transaktionen mit der Währung der Vereinigten Arabischen Emirate statt. Dies ermöglichte es iranischen Behörden, digitale Dollarwerte zu erwerben, ohne direkten Zugang zu US-Finanzsystemen – diesen bleibt Teheran wegen umfassender Sanktionen verwehrt.

Die Transparenz der Blockchain brachte für den Iran sowohl Vorteile als auch Risiken. Einerseits erlauben öffentliche Blockchains die Umgehung von Sanktionen über dezentrale Netzwerke, andererseits kann jede Transaktion rückverfolgt werden. Dies führte schließlich zu Maßnahmen: Im Juni 2025 sperrte Tether alle Wallets mit Verbindung zur iranischen Zentralbank und frierte die Guthaben ein.

Laut einer aktuellen Analyse erreichte Irans Kryptomarkt 2025 ein Volumen von 8 Milliarden USD und machte somit bereits mehr als 2 Prozent des jährlichen BIP aus. Damit wird deutlich, welche zentrale Rolle Kryptowährungen inzwischen für Irans Wirtschaft haben und wie stark der Fokus staatlicher Akteure abseits privater Spekulation liegt.

Währungskrise befeuert Stablecoin-Strategie

Die aggressive Akkumulation von Stablecoins durch die Zentralbank fiel mit massiven Kursverlusten der Landeswährung zusammen. Der Iranische Rial verlor innerhalb von acht Monaten bis Juni 2025 die Hälfte seines Wertes. Gleichzeitig blieben klassische geldpolitische Werkzeuge wirkungslos, da Iran von globalen Finanznetzen und USD-Reserven abgeschnitten ist.

Die Behörden setzten USDT gezielt ein, um den heimischen Devisenmarkt zu steuern und de facto ein Schatten-Dollarsystem zu schaffen. So konnten Import- und Exportgeschäfte trotz Sanktionen abgewickelt werden. Unternehmen führten synthetische Dollarkonten außerhalb offizieller Bilanzen – der grenzüberschreitende Handel erfolgte zunehmend über Krypto-Kanäle.

Bis Juni 2025 gelangte der Großteil der erworbenen USDT über den führenden iranischen Krypto-Marktplatz Nobitex in das Finanzsystem. Nach einem schweren Cyberangriff, bei dem die pro-israelische Gruppe Gonjeshke Darande etwa 90 Millionen USD erbeutete, fanden jedoch umfassende Änderungen statt.

In den Kommentaren bemerkte ein Nutzer:

Die Aussage unterstreicht die Bedeutung von Stablecoins als zentrales Instrument in Irans Sanktionsstrategie, aber auch die Risiken zentralisierter Handelsplätze. Nach dem Angriff verlagerte der Iran die USDT-Transfers auf Cross-Chain-Bridges und dezentralisierte Börsen (DEX), was die Anpassungsfähigkeit Krypto-basierter Sanktionsumgehung zeigt.

Transparenzparadox: Blockchain-Überwachung und Sanktionen

Der Fall veranschaulicht die Ambivalenz von Blockchain-Transparenz für sanktionierte Staaten. Öffentliche Netzwerke erlauben es Anbietern wie Elliptic, Transaktionen und Wallets bis ins Detail zu verfolgen. Gleichzeitig zeigt sich, wie stabilecoins als Brücke innerhalb abgeschotteter Wirtschaften fungieren.

Tether reagierte schnell: Alle mit der Zentralbank in Verbindung gebrachten Wallets wurden gesperrt und Guthaben eingefroren. Diese Möglichkeit bleibt zentralisierten Stablecoin-Emitenten vorbehalten und stellt eine erhebliche Schwachstelle staatlicher Nutzer dar. Im Gegensatz dazu entziehen sich dezentralere Kryptowährungen wie Bitcoin direkter Kontrolle.

Iran konnte mit der Aktion dennoch kurzfristig wichtige Ziele erreichen: Über 507 Millionen USD in Stablecoins sicherten Liquidität für Deviseninterventionen während akuter Währungsturbulenzen. Internationale Zahlungen über Krypto blieben möglich, selbst bei andauernder Finanzabschottung.

Das Beispiel zeigt weitreichende Folgen für Sanktionsregime und Compliance-Standards: Blockchain-Analytik kann staatliche Verstöße aufdecken und gezielte Maßnahmen ermöglichen – zugleich passen sich Akteure rasch an und wechseln auf dezentrale Plattformen, sobald klassische Handelswege versperrt sind.

Solange sich Sanktionen und Gegenmaßnahmen stetig weiterentwickeln, demonstriert Irans Stablecoin-Strategie die Potenziale und Grenzen von Kryptowährungen zur Umgehung finanzieller Restriktionen. Entscheidend bleibt, ob Kontrollen und Analysemethoden mit der Anpassungsfähigkeit dezentraler Netzwerke Schritt halten können.

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