Die erneute Eskalation im lang schwelenden Grönland-Streit hat eine neue Qualität erreicht. US-Präsident Donald Trump hat am Samstag zusätzliche Zölle gegen mehrere europäische Staaten angekündigt – darunter Deutschland, Frankreich, die Niederlande und Schweden.
Ab dem 1. Februar sollen 10 % Zoll auf bestimmte EU-Produkte gelten, ab dem 1. Juni könnten diese auf 25 % steigen, sofern Dänemark Grönland nicht an die USA verkauft. Die Forderung, Grönland in das Hoheitsgebiet der USA einzugliedern, begründet Trump mit „strategischen Interessen“ und der Bedrohung durch Russland und China.
Gleichzeitig wirft er Dänemark und den EU-Staaten vor, die USA über Jahre hinweg „subventioniert“ zu haben, indem keine Gegenleistungen erfolgt seien.
Diese geopolitische Eskalation wirft Fragen zur Stabilität transatlantischer Handelsbeziehungen auf – mit direkten Folgen für die Finanzmärkte. Derartige Unsicherheiten haben in der Vergangenheit bereits zu erhöhter Volatilität geführt, insbesondere in den Aktien- und Rohstoffmärkten.
Die Aussicht auf Zölle von bis zu 25 % auf EU-Produkte trifft exportorientierte Branchen hart und könnte Wachstumsperspektiven in Europa dämpfen. Für die Märkte bedeutet das vor allem eines: Risikoabsicherung gewinnt erneut an Bedeutung. Investoren dürften Kapital in vermeintlich sichere Anlagen wie Staatsanleihen oder Edelmetalle umschichten.
Ein solches Umfeld ist erfahrungsgemäß auch für Bitcoin (BTC) und andere Kryptowährungen relevant – insbesondere als nichtstaatliche, „politikunabhängige“ Anlageform.
In der Krypto-Community wird das Verhalten Trumps genau beobachtet. Anleger wissen aus der Vergangenheit, dass handelspolitische Eskalationen oft gezielt zur Verhandlungsführung eingesetzt werden und starke Marktschwankungen auslösen.
Entsprechend wird kurzfristig mit erhöhter Volatilität gerechnet, bevor sich mit Fortschritten in den Gesprächen eine Stabilisierung einstellen könnte.
Sollte sich der Konflikt weiter zuspitzen, könnte dies die Wahrnehmung von Kryptowährungen als Absicherung gegen staatliche Einflussnahme weiter stärken.
Die Idee eines dezentralen Wertspeichers gewinnt immer dann an Relevanz, wenn globale Unsicherheiten zunehmen. Bereits in der Vergangenheit war zu beobachten, dass politische Spannungen – wie z. B. Handelskonflikte oder Sanktionen – die Nachfrage nach Bitcoin und Co. ansteigen ließen.
Die EU-Kommission reagierte zunächst geschlossen. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident António Costa kündigten an, Europa werde „vereint und koordiniert“ auf die Zolldrohungen reagieren.
Während Staats- und Regierungschefs wie Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der britische Premierminister Keir Starmer Trumps Vorstoß öffentlich kritisierten, blieb eine Stellungnahme von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zunächst aus.
Lediglich Regierungssprecher Stefan Kornelius betonte:
Zwei mögliche Gegenmaßnahmen stehen im Raum: das Einfrieren bestehender Zollvereinbarungen mit den USA sowie der Einsatz des Anti-Zwangsmaßnahmen-Gesetzes, das auch Gegenzölle oder Importbegrenzungen ermöglichen würde.
Ein Handelskonflikt mit den USA würde aber nicht nur klassische Märkte betreffen – auch Kryptowährungen könnten durch regulatorische Auswirkungen oder Marktverschiebungen stärker ins Blickfeld geraten.
Trumps Eskalation im Grönland-Streit ist mehr als politische Rhetorik – sie hat das Potenzial, Handelsbeziehungen zu belasten, Märkte zu destabilisieren und neue wirtschaftliche Unsicherheiten zu schaffen.
Für die Finanzmärkte insgesamt, aber insbesondere für Kryptowährungen wie Bitcoin, eröffnet sich damit erneut ein Szenario, in dem geopolitische Risiken zu Kursimpulsen führen könnten. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob es bei Drohungen bleibt – oder ob neue Realitäten geschaffen werden, die auch die Struktur der globalen Märkte dauerhaft verändern.
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